Anderen den Weg aus der Isolation zeigen!

Artikel vom 11.03.2019 |

Die Selbsthilfegruppe „Crohn-Colitis Ulcerosa, Düren e.V.“ feiert mit der Kultband „Räuber“ und dem Kabarettisten „Jürgen B. Hausmann“ ein tolles Jubiläum zum 35-jährigen Bestehen.

Aus der eigenen Betroffenheit heraus hat Bernd Pfennings vor 35 Jahren auf Anraten seiner Ärzte am Dürener Krankenhaus, Prof. H. Leonhardt und Oberarzt W. Barényi, eine Selbsthilfegruppe gegründet, um Betroffenen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Hilfe und Unterstützung zu geben. Bis heute ist er Leiter der Selbsthilfegruppe und Vorsitzender des Vereins. Trotz moderner Medien und guter Medizin fühlen sich die Erkrankten oft mit ihrem Problem allein gelassen, brauchen Hilfe und ganz besonders das persönliche Gespräch mit Menschen in der gleichen Lebenssituation.

Ein weiteres Problem auch im 21. Jahrhundert ist, dass gerade diese Erkrankungen immer noch mit einem gewissen Tabu behaftet sind. Über die chronischen Darmerkrankungen, die sich meist unterhalb der Gürtellinie abspielen, offen zu reden, fällt den vielen Betroffen nicht leicht. Deshalb war es das Ziel der Veranstaltungen, die Öffentlichkeit für diese Themen zu sensibilisieren. Schirmherr der Veranstaltungen war der Bürgermeister der Stadt Düren, Paul Larue.

Räuber und Jürgen B. Hausmann gestalteten den FEIERabend am 31. Mai 2019

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Bernd Pfennings informierte dieser anschließend über die CED und appellierte an alle, zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen, denn das kann Leben retten. Danach konnte er einen besonderen Ehrengast begrüßen, Karl-Heinz „Charly“ Brand, Mitbegründer, Komponist, Texter und ehemaliger Frontsänger der Räuber. Dieser wurde mit langanhaltendem Applaus von den Anwesenden begrüßt.

Nun lud Pfennings zum Feierabend mit den Worten ein: „Man kann seinem Leben nicht mehr Stunden geben, aber seinen Stunden mehr Leben“.
Dann kamen sie, die Räuber mit Keyboarder Captain Kurt, Drummer Wolli, Bassist Geppie, Gitarrist Schrader und dem neuen Frontman Sven auf die Bühne und brannten ein Konzert der Superlative ab.

Neben den zahlreichen traditionellen Klassikern wie: Wunderbar, Op dem Maat, Schau mir in die Augen, Wer hat mir die Rose, Wenn et Trömmelche jeht (Lieblingslied des Vorsitzenden), hatten die Räuber auch aktuelle Hits wie: Mi Kölle, Dat es Heimat, Für die Iwigkeit und Home is where the Dome is in ihrem Repertoire.

Die Räuber gehören zu Recht zu den wenigen Mundart-Bands, welche Jung und Alt gleichermaßen begeistern können. Die Zuschauer waren von der ersten bis zur letzten Minute von der Musik so angetan, dass eigentlich keine Stühle gebraucht wurden, weil es niemanden auf diesen hielt und Klatschen und Mitsingen angesagt war. Das Haus der Stadt brodelte vor Begeisterung. Die Jungs auf der Bühne verstanden es perfekt, das Publikum zu begeistern. Nach 60 Minuten ging es dann zunächst mit dem Kabarettisten Jürgen B. Hausmann alias Jürgen Beckers weiter. Er hatte ja fast ein Heimspiel, der Alsdorfer hier in Düren. Er verstand es in seiner gewohnten Art, das Publikum mitzunehmen, mit seinem Sprachwitz, Alltags- und Menschenbeobachtungen und einem augenzwinkernden Blick auf Vergangenheit und Gegenwart.

Die aufgebaute Stimmung hielt er weiter auf dem Höhepunkt und es wurden Tränen gelacht. So hatte diese Veranstaltung auch einen medizinischen Charakter: „Lachen ist die beste Medizin!“ Oft wurde man dabei ertappt, dass wir genau so sind und uns verhalten, wie uns „der Hausmann“ das gerade präsentierte. Er hielt uns den Spiegel vor und so ist es im täglichen Leben. Das Publikum ließ Jürgen B. Hausmann erst nach 40 Minuten und einigen Zugaben unter heftigem Applaus von der Bühne.

Danach kamen die Räuber wieder, Stimmung pur war weiterhin angesagt. Es gab die eine oder andere Gesangseinlage von Charly Brand, bei denen Sven ihm spontan das Mikro übergab. Charly zeigte, dass sein Herz immer noch bei den Räubern ist. Die Stimmung kam zum Siedepunkt, als Sven mitten im Saal auf den Stühlen stand. Erst nach mehreren Zugaben konnte sich Bernd Pfennings bei den Räubern bedanken. Wie sagte er bei seinen Dankesworten: „Ihr habt heute unseren Stunden mehr Leben gegeben! Herzlichen Dank dafür!“ Um 23.05 Uhr gingen nicht nur die Räuber glücklich und zufrieden von der Bühne, sondern auch ein begeistertes Publikum nach Hause. Ein fantastischer Abend ging zu Ende und es war ein wirklicher FEIERabend.

Informationsveranstaltung für Betroffene und Ärzte am Samstag, dem 1. Juni 2019

Bei freiem Eintritt konnten sich am Folgetag im Haus der Stadt Düren Betroffene, Interessierte und Ärzte unter dem Titel: WENN’S DARMatisch WIRD – 35 Jahre CED Selbsthilfe in Düren informieren. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. med. Serhat Aymaz, M.Sc., Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie und Intensivmedizin am Krankenhaus Düren, und Bernd Pfennings, dem Leiter der Selbsthilfegruppe, wurde ein umfangreiches und interessantes Programm präsentiert. Nach der Begrüßung von Bernd Pfennings und Dr. Serhat Aymaz, den Grußworten von Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren, und Joachim Junge, Vorstandsmitglied der DCCV, konnte Bernd Pfennings dem Schirmherrn Paul Larue als Erlös aus der Veranstaltung „FEIERabend“ für den „Fonds gegen Kinderarmut in Düren“ einen Scheck über 400 Euro überreichen. Paul Larue sagte: „Die Selbsthilfegruppe hat Geburtstag und denkt dabei an andere Bedürftige und beschenkt diese“.

Nun folgten die sehr informativen und leicht verständlichen Vorträge der Referentinnen und Referenten:

  • „Erstdiagnose – was dann?“ Dr. med. Serhat Aymaz, M. Sc., Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie
  • „Die Betreuung des Patienten mit CED in der gastroenterologischen Praxis“, Georg Schmitz, Facharzt für Gastroenterologie, Bauchpraxis Düren
  • „Die Betreuung des Patienten mit CED im Krankenhaus“, Dr. med. Sebastian Wolff, OA Klinik für Gastroenterologie, KH Düren
  • „CED und Sozialmedizin – von Arbeitsunfähigkeit über Schwerbehinderung bis zur Erwerbsminderungsrente“, Carola Engler, Vorstandsmitglied, AK Sozialrecht DCCV e.V.
  • „CED und Familienplanung“, Dr. med. Elke Christiane Bästlein, Fachärztin für Gastroenterologie, Magen Darm Zentrum Wiener Platz, Köln
  • „Ernährung bei CED – mit praktischen Tipps“, Katrin Hunf, Ernährungsberaterin, Krankenhaus Düren

Nach den Vorträgen standen die Ärzte und Referenten selbstverständlich für die Fragen der Teilnehmer zur Verfügung.

Bevor es zum Schlusswort kam, griffen die befreundeten Selbsthilfegruppen aus Celle und Oberberg zum Mikrofon, um dem Jubilar zu gratulieren. Die Gruppen verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft.

Beim Schlusswort bedankten sich Dr. Serhat Aymaz und Bernd Pfennings bei den Referenten und allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Weiterhin dankte Bernd Pfennings dem wissenschaftlichen Leiter der Veranstaltung, Dr. med. Serhat Aymaz. Aber auch die SHG Düren dankte Bernd Pfennings für die geleistete Arbeit und die Organisation der Veranstaltungstage.
„Die Selbsthilfegruppe kann die Krankheit nicht beseitigen, aber sie gibt den Betroffenen das Gefühl, sie sind mit ihrer Krankheit nicht allein. Sie bekommen durch den Austausch in der Gruppe eine positive Lebenseinstellung zurück“, so der Schlusskommentar von Bernd Pfennings, „denn: chronischer Durchfall darf nicht zur Isolation führen!“

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie im folgenden Zeitungsartikel aus der Aachener Zeitung/den Aachener Nachrichten. Dazu hier klicken!

Mehr

35 Jahre: „Wenn’s DARMatisch wird“ (Informationsveranstaltung)

Artikel vom 10.03.2019 |

Wir freuen uns, Sie am 01. Juni 2019 zu folgender Informationsveranstaltung einladen zu können.

35 Jahre: „Wenn’s DARMatisch wird“

Diagnose: Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa?
[Informationsveranstaltung für Betroffene, Angehörige und Ärzte]

Samstag, 01. Juni 2019 von 9.00 – 14.30 Uhr
Einlass ab 8.15 Uhr
Haus der Stadt Düren, Rudolf Schock Platz

Der Eintritt ist frei!

Weitere Infos erhalten Sie nach einem Klick auf das folgende Foto:

 

 

 

 

 

 

Schirmherr: Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren

Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Serhat Aymaz, M.Sc. (Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie und Intensivmedizin am Krankenhaus Düren)

Mehr

Von Betroffenen für Betroffene – Videos der DCCV

Artikel vom 14.02.2018 |

Über 320.000 Menschen in Deutschland sind von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) betroffen. Dazu gehören Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie Colitis indeterminata und die mikroskopischen Kolitiden. Der Selbsthilfeverband Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e.V. vertritt die Interessen dieser Betroffenen. Auch Menschen mit PSC sind bei der DCCV gut aufgehoben.

Mehr

Eine optimale Behandlung im Darmzentrum Düren

Artikel vom 28.01.2017 |

“Die Diagnose Darmkrebs löst bei den Patienten und ihren Angehörigen oft Angst und Schrecken aus. Doch dank neuer Operations- und Therapieverfahren können heute immer mehr Menschen mit Darmkrebs erfolgreich behandelt werden.

Mehr

30 Jahre CED Selbsthilfe in Düren

Artikel vom 15.04.2014 |

Eine Veranstaltung der „SHG Crohn-Colitis Ulcerosa Düren e.V.“ anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Selbsthilfegruppe.

Freitag, 16. Mai 2014 und Samstag, 17. Mai 2014

Haus der Stadt, Stefan-Schwer-Straße 4-6, 52349 Düren

Mehr